Zwei Podestplätze für Geräteturnerinnen

Von der Getu Bürglen gewann in der Kategorie 4 Noelia Eigensatz überraschend die Goldmedaille und Valeria Gamma erkämpfte sich im K2 Silber. Neben den beiden Medaillen gab es noch 25 Auszeichnungen für die Urnerinnen.

Am Gotthard-Cup, der alle zwei Jahre stattfindet, lösten die guten Leistungen der Urner Geräteturnerinnen von der getu Bürglen und getu Schattdorf von der Zuschauertribüne begeisternden Applaus aus. Das OK unter der Leitung von Peter Vorwerk hatte mit seinen über hundert Helferinnen und Helfern gute Arbeit geleistet und einen tollen Event organisiert. Die Feldli Turnhalle platzte am Wochenende aus allen Nähten, und die Stimmung war an beiden Tagen phänomenal. Die ganze Zeit waren Sprechchöre wie «Hopp Nina!» oder «Hopp Lilian» zu hören und beim Abgang jeweils ein vielstimmiges «Schtaa». Die drei besten Turnerinnen jeder Kategorie wurden mit Medaillen ausgezeichnet, und zudem wurden die jeweils am besten klassierte Urner Athletin mit dem Urner Kantonalmeistertitel gekürt. Gegenüber der letzten Austragung waren mit 435 Turnerinnen fast hundert Mädchen und junge Damen mehr am Start des Gotthard-Cup.

Goldmedaille für Noelia Eigensatz

Die einzige Goldmedaille für die Urnerinnen gewann Noelia Eigensatz (getu Bürglen) mit 37,25 Punkten in der Kategorie 4. Sie konnte am Wettkampf ihre Leistungen vom Training optimal abrufen und brillierte mit einer sehr hohen Standsicherheit. Den Grundstein für diesen riesigen Erfolg legte sie mit der gelungenen Reckübung, für die ihr die Wertungsrichter die Tagesbestnote von 9,50 Punkten schrieben. An den Ringen turnte Eigensatz eine sehr saubere Übung mit dem Schwierigkeitsgrad der höheren Kategorie 5. Durch ihre Eleganz und sehr guten Körperspannung konnte sie auch am Boden gute Punkte sammeln. Noelia Eigensatz turnt erst seit knapp einem Jahr bei den Bürgler Turnerinnen und sie ist wohnhaft in Oberarth. Zuvor war sie in einer Riege aktiv, die leider aufgelöst wurde. Darauf hat sie zusammen mit ihrer Schwester Serafine zu getu Bürglen gewechselt und beide Turnerinnen nehmen mehrmals den Weg von Oberarth nach Bürglen auf sich, um hier im Kanton Uri zu trainieren. Der Start am Gotthard-Cup war für Noelia Eigensatz eine Premiere. Zuvor hatte sie erst am internen Testwettkampf teilgenommen.

Podestplatz für Valeria Gamma

Die Drittklässlerin Valeria Gamma (getu Bürglen) hielt dem Druck stand, nachdem sie durch ihre guten Resultate im Vorfeld auf sich aufmerksam gemacht hatte. Äusserlich locker turnte sie die Übungen an den vier Geräten durch und mit 36,20 Punkten erhielt sie in der Kategorie 2 bei der Siegerehrung die verdiente Silbermedaille. Die beste Leistung zeigte sie am Sprung, für den sie 9,30 Punkte erhielt. In der Kategorie 1 verpasste Olivia Fràter von getu Schattdorf mit dem 4. Rang die Medaille nur um zwei Zehntels Punkte und konnte sich dafür aber mit dem Kantonalmeistertitel trösten. Diesen gewann ebenfalls die Erstfelderin Nina Baumann, die sich im K3 auf dem 7. Platz klassierte. «Nach den ersten beiden Geräten lag Baumann gut im Rennen und sie sagte zu ihrer Leistung: «Bis jetzt bin ich mit den Resultaten sehr zufrieden. Insbesondere mit der Bodenübung, wo sie den Kopfstand perfekt meisterte. Und nun hoffe ich, dass es mir bei der Siegerehrung zum Urner Meistertitel reicht». Auch Betreuerin Vanessa Baumann freute sich über die Darbietungen der Mädchen und sagte nach der Reckübung zu diesen: «ich war noch nie so zufrieden mit euch, wie am heutigen Tag».

In der Königsklasse siegte Norina Imhoof von der Geräteriege Rehetobel

Die vier Urner Eliteturnerinnen starteten am Boden sehr konzentriert und mit einer guten Haltung. Désirée Zgraggen zeigte eine schöne Tempobahn, welche sie sauber umsetzen konnte. Chiara Gisler war ebenfalls stark mit einem eleganten Schlusselement. Livia Zgraggen überzeugte mit ihrer Beweglichkeit und die Siegerin vor zwei jahren, Lilian Gisler, turnte einen sauberen Salto zum Stand. An den Schaukelringen überzeugte Livia Zgraggen mit ihrer Schwunghöhe und Désirée Zgraggen gelang erstmals eine Übung so, wie sich das vorstellte und war dementsprechend glücklich. Nach der langen Verletzungspause zeigte Lilian Gisler ihre Übung noch nicht in voller Höhe, dennoch erhielt sie für ihre Darbietung mit dem sauberen Stand die tolle Note 9,45. Am Sprung zeigte sie erstmals in dieser Saison wieder den Salto mit ganzer Schraube, welcher ihr sehr gut geglückt ist. Am Reck zeigte Livia Zgraggen nochmals ihr ganzes Können und für ihren Salto Abgang erhielt sie tosenden Applaus vom Publikum. Auch wenn es wegen den langen Verletzungspausen von Livia Zgraggen und Lilian Gisler noch keinen Podestplatz gab, war Trainerin Yvonne Welti zufrieden: «Nun ist die Frühlingssaison vorbei und wir haben jetzt Zeit die kleinen Fehler und Unsicherheiten bis zu den nächsten Wettkämpfen auszumerzen».

Sieben Auszeichnungen in der Kategorie 5 und 6

Am Heimwettkampf waren am Sonntag acht Turnerinnen der Kategorie 6 am Start. Am ersten Gerät, den Schaukelringen, bekam Nora Schillig mit 9,30 Punkten die beste Note der Bürglerinnen. Am Sprung (9,40) stach wieder Schillig heraus. Sowohl am Reck, wie auch am Boden konnten die meisten Urnerinnen eine gute Leistung präsentieren. An der Rangverkündigung verpasste Nora Schillig mit dem Gesamttotal von 37,55 Punkten mit dem 4. Rang haarscharf das Podest. Aber mit vier Auszeichnungen konnten sie trotzdem mit ihrem Auftritt zufrieden sein.
In der Kategorie 5 standen mit insgesamt 106 Teilnehmerinnen am meisten Mädchen am Start. Bei der Bodenübung zeigte Franca Tramonti mit 9,35 Punkten eine solide Leistung. An den Ringen müssen einige Bürglerinnen den Umgang mit der Höhe noch lernen. Franca Tramonti und Carla Volken hingegen konnten dies recht gut umsetzen und hielten eine gute Körperspannung. Beim letzten Gerät, dem Reck, gaben alle nochmals Vollgas und erzielten auch recht hohe Noten für die gezeigten Leistungen.
OK-Präsident Peter Vorwerk war mit dem ganzen Wettkampf sehr zufrieden und er sprach auch seinen Dank gegenüber den Eltern, Fans und Betreuerinnen aus und zu dem Wettkampf meinte er: «Es hat sich heute gezeigt, dass dank dem Fleiss im Training auch am Wettkampftag gute Leistungen abgerufen werden konnten». Der Höhepunkte und die grösste Freude für Vorwerk aber ist immer die Siegerehrung der Kleinsten: «Es berührt mich jedes Mal wieder stark, wie die Mädchen gespannt, aufgeregt und mit glänzenden Augen an der Siegerehrung dabei sind und hoffen, dass es zu einer Medaille oder auch Auszeichnung reicht».

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