Ariella Kaeslin verrät Turnerinnen Tricks

Ariella KaeslinEuropameisterin Ariella Kaeslin hat das Training der Bürgler Geräteturnerinnen besucht. Es gab viel Lob, aber auch konstruktive Kritik.

Das Training der Bürgler Geräteriege war am Sonntag nicht alltäglich. Denn geleitet wurde es von niemandem Geringerem als Ariella Kaeslin, der Kunstturneuropameisterin am Pferdsprung aus dem Jahre 2011 und der dreifachen Schweizer Sportlerin der Jahre 2008 bis 2010. Möglich gemacht hatte Kaeslins Besuch Riegenleiter Reto Zgraggen, der am Eidgenössischen Turnfest in Biel seine guten Kontakte mit der prominenten Turnerin knüpfte. „Ich bin heute mega gerne nach Bürglen gekommen, denn was die Geräteturnerinnen hier leisten ist eine coole Sache“, sagte Kaeslin bei der Begrüssung zu den Turnerinnen.

Für den Sport gelebt

Nach 20 Jahren Kunstturnen hatte Ariella Kaeslin, im Alter von 23 Jahren, im Juli 2011 ihren Rücktritt vom Spitzensport gegeben. „Ich war und bin immer noch sehr wissbegierig und suchte damals in meinem Leben eine neue Herausforderung“, sagte sie zu den jungen Mädchen und den zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern. „Die die letzten drei Jahre vor dem Rücktritt habe ich nur noch für den Turnsport gelebt“.
Heute betreibt sie Rudersport auf hohem Niveau und trainiert zudem junge Eiskunstläuferinnen. Daneben holt Ariella Kaeslin die Matura nach und möchte danach studieren, vielleicht in Richtung Medizin, Sport oder Psychologie.

Hartes Training macht sich bezahlt

In Bürglen widmete sich Ariella Kaeslin allen sieben Kategorien, zuerst übte sie am Morgen mit den Kleinsten, den K1-Turnerinnen, denen sie bei der Bodenübung zuschaute und kostbare Tipps abgab. Später zeigte Ariella Kaeslin den Nachwuchssportlerinnen am Reck und dann an ihrem Paradegerät, dem Sprung viele wertvolle Tricks, damit die Übung später auch im Wettkampf gut benotet werden. Sie lobte die Mädchen nicht nur, sondern kritisierte auch, wenn Korrekturen nötig waren: „Du bist hier nicht beim Hochsprung, sondern bei der Bodenübung, wo die Sprünge graziell und elegant sein müssen. Und trotzdem musst du noch eine gute Figur abgeben, sonst wird es nichts“, meinte Kaeslin sie zu einer K4-Turnerin. „Ihr müsst hart trainieren, mit viel Ausdauer und Durchhaltewillen“, forderte sie die Bürglerinnen auf. Und: „Wenn ihr aus dem Training geht und es tut nichts irgendwo weh, so habt ihr nicht richtig trainiert“. Die Geräteturnerinnen waren dankbar für die gut gemeinten Ratschläge und freuten sich umso mehr über ein Lob ihres grossen Vorbildes.

Turnen ist die schönste und schwierigste Sportart

In einer halbstündigen Fragerunde nahm sich Ariella Kaeslin geduldig die Zeit, die Fragen der jungen Geräteturnerinnen zu beantworten. Und diese scheuten sich nicht, am Mikrofon unzählige Fragen an ihr grosses Idol zu richten. So etwa: Was mache ich, wenn ich Angst vor einem Element habe ? Dazu Kaeslin: „Du musst dich überwinden, denn danach ist deine Freude umso grösser“. Oder was mache ich gegen meine Blasen an den Händen, wollte eine Turnerin wissen? „Dies ist nicht so schlimm, pflege und reibe die Hände gut ein und beiss einfach auf die Zähne“. Denn für die schönste und schwierigste Sportart gehört das Leiden auch ein bisschen dazu“, so Kaeslin. Ein bis zwei Stunden tägliche Bewegung tut dem Körper gut und er könne dabei die Energie loswerden.

Ausgewogene Ernährung wichtig

Weiter wollten die jungen Damen etwas über die Ernährung wissen. „Ihr verlangt vom Körper sehr viel ab, deshalb ist es wichtig, dass ihr ihm mit einer ausgewogenen Ernährung, wo auch einmal ein Stück Schokolade dabei sein darf, etwas zurück gibt“, riet Ariella Kaeslin.

Zum Abschied gab es noch ein grosses Lob von Ariella Kaeslin: „Die Mädchen in Bürglen können schon sehr viel, sie haben eine gute Grundschulung und sie trainieren perfekt“.

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