Freispruch für Geräteriege Bürglen!

Bundesgericht lehnt Beschwerde ab

Gestern erhielten wir die freudige Nachricht, dass der Gerichtsfall der Geräteriege endlich ein gutes Ende genommen hat. Das Bundesgericht hat die Beschwerde des Urner Staatsanwalts gegen das Urteil des Urner Obergerichts abgewiesen. Im Klartext heisst das, dass das Urner Obergericht seine Arbeit richtig gemacht hat und sein Urteil auf Freispruch gilt.

Nach fast auf den Tag genau 5 Jahren nach dem Ausschluss von zwei Turnerinnen ist die Geräteriege durch den Bundesgerichtsentscheid von ihren „Altlasten“ endlich definitiv befreit. Ich danke allen herzlich für die Unterstützung bei den Gerichtsverhandlungen und dass ihr zu uns gehalten habt. Den beiden angeklagten Präsidentinnen danke ich für ihr Durchhalten und die guten Nerven in dieser Sache. Dem UTV danken wir für die tragende Unterstützung, dem STV ebenso und auch dafür, dass er uns einen kompetenten Anwalt zur Seite gestellt hat.

Die Vorgeschichte 

Nach dem Rücktitt von Pic im Sommer 2007 haben sich zwei Turnerinnen gegenüber der Riege sehr unsportlich verhalten. Der Vorstand hat nach einigen Gesprächen und Vermittlungsversuchen Regeln aufgestellt, die einzuhalten seien, ansonsten die Turnerinnen aus der Riege ausgeschlossen werden. Diese Regeln wurden von den besagten Turnerinnen nicht eingehalten. Weil es sich um Jugendliche handelte, die ihren Sport mit Leidenschaft ausübten, wollte ihnen der Vorstand nochmals eine Chance geben. Er hat eine Vereinbarung ausgearbeitet, welche die zwei Turnerinnen und deren Eltern hätten unterschreiben sollen, wollten sie trotz Regelverstoss weiterhin in der Riege bleiben. Die beiden Familien haben die Vereinbarung nicht unterschrieben. Die zwei Turnerinnen wurden deshalb am 20.3.2008 aus der Riege ausgeschlossen.

Die Familien haben daraufhin den Rechtsweg beschritten. Sie haben aber nicht das ordentliche Verfahren gewählt (via Mitgliederversammlung DFTV, Zivilgericht), sondern haben Strafanzeige wegen Nötigung (durch die Vereinbarung) eingereicht. Das Urner Landgericht hat dem stattgegeben, worauf wir die Sache ans Obergericht weiter gezogen haben. Das Urner Obergericht hat die anklagten Präsidentinnen in allen Punkten frei gesprochen, von Nötigung können nicht die Rede sein, da sie mit der angefochtenen Vereinbarung in guter Absicht gehandelt hätten. Ausserdem gehe es nicht an, aus einer Vereinsangelegenheit eine Strafsache zu machen. Dieses Urteil wurde von der Gegenpartei ans Bundesgericht weiter gezogen. Das Bundesgericht hat das Verfahren des Obergerichts geprüft und für korrekt befunden und deshalb die Beschwerde abgewiesen. Somit ist das Urteil des Urner Obergerichts auf Freispruch rechtskräftig.

Das Urteil ist nicht nur für die Geräteriege ein guter Ausgang, sondern für die ganze Sportszene wegweisend. Denn in vielen Sportarten werden mit dem Kader Vereinbarungen abgeschlossen. Diese wären bei einem anderen Urteil in Frage gestellt gewesen. Das Urteil findet deshalb weit über unseren Verein hinaus Beachtung.